Für den Betreiber einer Autowäsche zählt die Stunde, in der alle Plätze besetzt sind und das nächste Auto schon wartet. Reicht das warme Wasser bis zum Ende der Schlange? Am Beispiel der Fahrzeugpflege S3D zeigen wir, wie sich diese Frage vor dem Kauf einer Anlage untersuchen lässt. Die Fotos zeigen den Waschplatz und den vorhandenen Warmwasserspeicher. Die Zahlen im Video folgen aus einer Modellrechnung. Für dieses Beispiel liegen weder ein Messprotokoll des Speicherversuchs noch Abrechnungen zum tatsächlichen Energieverbrauch vor.
Wie die Wärme ins Wasser gelangt
Ein Miner nimmt während seiner Rechenarbeit elektrische Leistung auf und gibt Wärme ab. Im betrachteten Aufbau transportiert ein Kühlkreislauf die Wärme zu einem Wärmetauscher. Auf dessen anderer Seite strömt das Wasser der Waschanlage. Es gelangt vorgewärmt zum vorhandenen Speicher. Die Flüssigkeiten bleiben getrennt. Der vorhandene Heizer übernimmt den restlichen Temperaturhub, etwa wenn mehrere Plätze gleichzeitig starten oder der Miner gewartet wird. Bei der Gerätewahl sind die zulässige Kühlmitteltemperatur und die Leistung des Wärmetauschers beim vorgesehenen Durchfluss zu prüfen.

Was eine Stunde Betrieb liefert
Wir setzen eine konstante elektrische Leistung von 3 kW an und nehmen an, dass 93 Prozent der Wärme das Wasser erreichen. In einer Stunde sind das 2,79 kWh nutzbare Energie. Ein Liter Wasser benötigt für ein Grad Temperaturanstieg rund 1,163 Wh. Bei 200 Litern mit einer Anfangstemperatur von 10 °C ergäben sich nach einer Stunde etwa 22 °C. Dabei ist der Speicher gut durchmischt, die Zusatzheizung abgeschaltet und die Entnahme geschlossen. Ein Fühler ganz oben kann einen höheren Wert anzeigen als der Mittelwert des Speicherinhalts.
Für eine Erwärmung von 10 auf 50 °C reicht dieselbe Energie für rund 60 Liter pro Stunde. Beide Beispiele greifen auf denselben Wärmeertrag zu. Benötigt der Betrieb in seiner Spitzenstunde 300 Liter, deckt ein Gerät etwa ein Fünftel. Rechnerisch wären es für die ganze Stunde fünf Geräte mit zusammen 15 kW elektrischer Leistung zuzüglich Pumpen. Ein bereits vor der Stoßzeit geladener Speicher kann die nötige Geräteleistung verringern.
Für welche Betriebe sich die Prüfung lohnt
Eine Handwäsche mit warmem Wasser über den ganzen Tag kann die gleichmäßige Wärmeabgabe gut nutzen. In einem Aufbereitungsbetrieb lohnt sich zuerst ein Blick auf die einzelnen Arbeitsschritte. Bei einer Selbstbedienungsanlage zählen die Warmprogramme getrennt von den kalten Spülgängen. Kehrt ein Fuhrpark erst am Schichtende geschlossen zurück, können das Speichervolumen und die Zeit zum Nachladen ausschlaggebend sein.
Wer hauptsächlich kalt wäscht, saisonal öffnet oder bereits kostengünstig Wärme bezieht, sollte besonders genau auf die nutzbaren Betriebsstunden achten. Ermitteln Sie die freie elektrische Leistung bei laufenden Pumpen und Trocknern. Planen Sie einen trockenen, zugänglichen Aufstellort und eine Lösung für die Nacht ein, wenn der Speicher warm ist und niemand Wasser entnimmt.
Welche Daten der Betrieb erheben sollte
Lesen Sie den Warmwasserzähler an mehreren gewöhnlichen Arbeitstagen zu Beginn und am Ende der stärksten Stunde ab. Notieren Sie Einlauf- und Gebrauchstemperatur, Speichergröße und heutigen Energieträger. Bei einem Mischventil müssen gemessene Temperatur und Volumen zur gleichen Wasserleitung gehören. Vergleichen Sie den Wert der tatsächlich ersetzten Wärme mit Strom-, Pumpen-, Wartungs- und Einbaukosten. Erfassen Sie Mining-Erlöse separat, damit die Rechnung auch bei sinkenden Erträgen nachvollziehbar bleibt.
Halten Sie bei einem Probelauf Wassermenge, Anfangs- und Endtemperatur, Dauer und Stromzählerstände fest. Vermerken Sie jede Entnahme und das Einschalten der Zusatzheizung. Wiederholen Sie die Messung nahe der üblichen Betriebstemperatur, weil mit wärmerem Wasser die Temperaturdifferenz am Wärmetauscher sinkt.
Berechnung für Ihren Standort
Senden Sie ForMiners den Spitzenverbrauch pro Stunde, die beiden Temperaturen und ein Foto des Heizers. Ergänzen Sie Öffnungszeiten und freie elektrische Leistung. Damit lassen sich eine Vorwärmung mit einem Gerät, mehrere Miner und ein größerer Speicher vergleichen.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Quellen stützen die Planungsmethode; eine projektspezifische technische und lokale Prüfung bleibt erforderlich.
